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Alkohol

Beim Alkohol hat sich die Studienlage in den letzten zehn Jahren stärker gedreht als bei jedem anderen Wert hier — und zwar gegen eine Vorstellung, die die meisten noch im Kopf haben. Dass ein Glas Rotwein am Tag besser sei als keines, stammt aus Studien mit einem Erhebungsfehler: Wer aus gesundheitlichen Gründen aufgehört hatte zu trinken, zählte dort als „Nichttrinker". Die Vergleichsgruppe war also kränker als die Trinkenden. Als eine Auswertung von 107 Studien mit 4,8 Millionen Menschen lebenslang Abstinente als Vergleich nahm, verschwand der Vorteil. Und eine genetische Untersuchung, die den Lebensstil als Erklärung ausschließt, fand für kein Konsumniveau einen Schutz. Was das praktisch heißt: Die Menge mit dem geringsten Schaden ist null. Die kanadische Leitlinie von 2023 formuliert das nicht als Verbot, sondern als Stufen, damit jeder selbst wählen kann — bis zwei Gläser die Woche sind Folgen unwahrscheinlich, ab drei bis sechs steigt das Krebsrisiko, ab sieben das für Herz und Schlaganfall. Bemerkenswert daran ist die Reihenfolge: Der Krebs kommt vor dem Herzen. Der Wert oben entspricht diesen zwei Gläsern die Woche. Ein kleines Bier hat 13 Gramm und damit mehr als das Dreifache des Tageswerts — deshalb sieh dir diesen Wert in der Wochenansicht an und nicht im Tagesbogen. Und was diese Zahlen nicht können: über deinen persönlichen Umgang mit Alkohol etwas sagen. Dafür ist ein Essensprotokoll das falsche Werkzeug.

Der Referenzwert

4 g Zufuhr je Tag aus Essen und Präparaten zusammen, entspricht dem oberen Rand des Unsicherheitsbereichs der weltweiten Krankheitslastschätzung Canadian Centre on Substance Use and Addiction 2023

Obergrenze — hier ist wenig gut. Herkunft: entspricht der niedrigsten Risikostufe der kanadischen Leitlinie 2023. Die am besten gewählte Zahl dieser Datei. 4 g je Tag sind 28 g Ethanol je Woche und damit rund zwei Standardgläser — genau die Stufe, bei der die kanadische Leitlinie von 2023 alkoholbedingte Folgen für unwahrscheinlich hält. Sie ist deutlich strenger als die verbreitete deutsche Konvention von 10 g für Frauen und 20 g für Männer je Tag, und sie liegt näher an dem, was die Studienlage der letzten zehn Jahre hergibt. Zur Einordnung der Größenordnung: Ein kleines Bier enthält 13 g, ein Glas Wein 19 g.

Wo der Wert langfristig liegen sollte

0 bis 1 g

Der Eintrag, bei dem sich die Studienlage im letzten Jahrzehnt am stärksten gedreht hat — und einer der wenigen, bei denen eine hohe Sicherheitsstufe für eine unbequeme Aussage steht. Die Punktschätzung für die Menge, die den Gesundheitsschaden minimiert, ist null; der Unsicherheitsbereich reicht bis 0,8 Standardgläser je Woche, also gut 1 g Ethanol je Tag. Daraus die Spanne. Die berühmte J-Kurve, nach der ein Glas Rotwein besser sei als keines, hat drei unabhängige Prüfungen nicht überstanden: eine Zusammenfassung von 107 Kohortenstudien mit über 4,8 Millionen Menschen, eine genetische Untersuchung, die nicht durch den Lebensstil verzerrt werden kann, und die weltweite Krankheitslastrechnung. Bei diesem Wert liegen Referenz und Optimum weiter auseinander als bei jedem anderen — und beide sind vertretbar. Das Optimum folgt der Frage „Was minimiert den Schaden?" und lautet praktisch null. Der Referenzwert folgt der Frage „Ab wann wird es messbar riskant?" und lautet rund zwei Gläser die Woche. Die kanadische Leitlinie beantwortet die zweite Frage bewusst als Reihe von Stufen statt als eine Grenze, damit jeder selbst entscheiden kann, wo er stehen will.

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Die Wirkung — was die Studien sagen

Wo am meisten drinsteckt

Quelle der Gehalte: FoodData Central

Die Regeln zum Zubereiten

Was daran offen ist

Belege

  1. Canada's Guidance on Alcohol and Health — Final Report (2023)
  2. Association Between Daily Alcohol Intake and Risk of All-Cause Mortality: A Systematic Review and Meta-analyses (2023)
  3. Association of Habitual Alcohol Intake With Risk of Cardiovascular Disease (2022)
  4. Alcohol use and burden for 195 countries and territories, 1990–2016: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2016 (2018)
  5. FoodData Central

Stand der Recherche: 2026-08-16