Makros

Cholesterin

Beim Cholesterin ist die wichtigste Information nicht biologisch, sondern historisch: Die Obergrenze von 300 Milligramm, die hier oben steht, wurde 2015 von den US-Ernährungsleitlinien gestrichen — weil sich für genau diese Zahl keine klare Belegbasis fand. Die deutsche Fachgesellschaft kommt zu einem ähnlichen Schluss: Nahrungscholesterin ist weder mit koronarer Herzkrankheit noch mit Schlaganfällen verbunden. Wir lassen die Zahl trotzdem stehen, weil keine besser begründete an ihre Stelle treten kann — aber du solltest wissen, was für eine Art Zahl das ist. Ganz belanglos ist der Wert nicht: Auf die Blutfette wirkt Nahrungscholesterin messbar, es ist nur die schwächere von zwei Stellschrauben. Die stärkere steht eine Zeile weiter oben. Der Körper stellt Cholesterin nämlich selbst her, in größerer Menge als jedes Essen liefert, und drosselt die eigene Produktion, wenn mehr dazukommt. Was das LDL im Blut wirklich treibt, ist das gesättigte Fett. Praktisch heißt das: Ein Ei liefert viel Cholesterin und wenig gesättigtes Fett, die Butter, in der du es brätst, genau umgekehrt — und die Butter ist die Entscheidung, auf die es ankommt. Zum Ei selbst: Zwei große Untersuchungen kommen zu entgegengesetzten Ergebnissen, und dieser Widerspruch ist bis heute offen. Das ist kein Grund, Eier zu meiden, und keiner, sie für beliebig zu halten.

Der Referenzwert

300 mg Zufuhr je Tag aus Essen und Präparaten zusammen, Obergrenze Circulation 2020

Obergrenze — deren Grundlage inzwischen zurückgezogen ist. Herkunft: historische Konvention aus den US-Ernährungsleitlinien. Diese Zahl hat unter allen Referenzwerten der App die schwächste Grundlage, und das lässt sich genau datieren: Die US-Ernährungsleitlinien führten bis 2015 eine Obergrenze von 300 mg je Tag und strichen sie in der Ausgabe 2015–2020 wieder — mangels klarer Belege gerade für diese Zahl, und weil die mittlere Zufuhr in den USA ohnehin darunter lag. Cholesterin gilt seither dort nicht mehr als Nährstoff, dessen Überkonsum Anlass zur Sorge gibt; die Empfehlung, so wenig wie möglich davon zu essen, blieb allerdings bestehen.

Wo der Wert langfristig liegen sollte

0 bis 300 mg

Der einzige Eintrag dieser Datei, bei dem die Recherche den Referenzwert nicht verbessern kann — weil es keine belastbare Zahl gibt, mit der man ihn ersetzen könnte. Die Spanne bleibt deshalb bei der historischen Konvention, mit der ausdrücklichen Kennzeichnung, dass sie eine ist. Die Datenlage zerfällt in drei Aussagen, die nebeneinander stehen bleiben müssen: Die DGE-Leitlinie findet keinen Zusammenhang zwischen Nahrungscholesterin und koronarer Herzkrankheit oder Schlaganfall. Die American Heart Association hält fest, dass die meisten Zusammenfassungen von Interventionsstudien eine Zufuhr oberhalb des heutigen Mittels mit erhöhtem Gesamt- und LDL-Cholesterin verbinden. Und die beiden großen Kohortenauswertungen zu Eiern kommen zu entgegengesetzten Ergebnissen. Eine Untergrenze gibt es nicht: Der Körper stellt Cholesterin selbst her, in größerer Menge als jede Kost liefert. Der häufigste Irrtum bei diesem Wert steckt schon im Namen. Nahrungscholesterin und Blutcholesterin heißen gleich und hängen nur lose zusammen — was das LDL im Blut tatsächlich treibt, ist überwiegend das gesättigte Fett, das im selben Lebensmittel steckt. Ein Ei liefert 205 mg Cholesterin und 1,6 g gesättigte Fettsäuren; die Butter, in der es gebraten wird, kehrt dieses Verhältnis um. Für die Blutfette ist die Nachbarspeiche deshalb die wichtigere.

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Die Wirkung — was die Studien sagen

Wo am meisten drinsteckt

Quelle der Gehalte: FoodData Central

In den Zeilen, mit denen Mikrolot rechnet

Die Regeln zum Zubereiten

Was daran offen ist

Belege

  1. Dietary Cholesterol and Cardiovascular Risk: A Science Advisory From the American Heart Association (2020)
  2. Evidenzbasierte Leitlinie — Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten, 2. Version (2015)
  3. Associations of Dietary Cholesterol or Egg Consumption With Incident Cardiovascular Disease and Mortality (2019)
  4. Egg consumption and risk of cardiovascular disease: three large prospective US cohort studies, systematic review, and updated meta-analysis (2020)
  5. FoodData Central

Stand der Recherche: 2026-08-16