Makros

Fett

Fett ist der Wert, bei dem die Studienlage am deutlichsten gegen das steht, was die meisten gelernt haben. Weniger Fett zu essen hat in der größten randomisierten Studie dazu nichts gebracht: 48.835 Frauen, gut acht Jahre, keine Senkung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Brustkrebs oder Darmkrebs. Und in der bekanntesten Studie, die etwas erreicht hat, war die fettarme Kost die Vergleichsgruppe — die fettreiche Mittelmeerkost mit reichlich Olivenöl hatte 31 Prozent weniger Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Tode als sie. Was dagegen sicher wirkt, ist der Tausch: Gesättigte durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen senkte in acht randomisierten Studien die koronare Herzkrankheit um 19 Prozent — bei unveränderter Fettmenge. Deshalb sagt die Zahl hier oben wenig. Was zählt, steht in den Speichen darunter: gesättigte Fettsäuren, Omega-3, trans-Fettsäuren. Zwei praktische Punkte: Butter und Schmalz gegen Raps- und Olivenöl zu tauschen verändert diese Zeile nicht und die darunter deutlich. Und ohne Öl im Salat bleibt ein guter Teil der Vitamine A, D, E und K ungenutzt — Fett ist der einzige Nährstoff hier, von dem die Aufnahme mehrerer anderer abhängt.

Der Referenzwert

80 g Zufuhr je Tag aus Essen und Präparaten zusammen, entspricht 30 bis 39 Energieprozent bei 2.400 kcal Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Richtwert nach D-A-CH / DGE, Erwachsene. Die DGE nennt 30 Prozent der Energiezufuhr, abgeleitet im Jahr 2000. Bei der Referenzenergie von 2.400 kcal sind das 720 kcal und damit genau 80 g — der einzige Makro dieser Datei, dessen Grammwert und Energiewert ohne Rest zusammenpassen. Dazu nennt die DGE zwei Mindestwerte für die unentbehrlichen Fettsäuren: 2,5 Energieprozent Linolsäure und 0,5 Energieprozent α-Linolensäure.

Wo der Wert langfristig liegen sollte

80 bis 105 g

Der Eintrag, bei dem die Studienlage am deutlichsten gegen die verbreitete Annahme steht — und ausnahmsweise nicht mit Beobachtungsdaten, sondern mit randomisierten Studien. Der Richtwert von 30 Energieprozent bildet die Untergrenze, nicht die Obergrenze der Spanne. Der Grund: Die einzige große randomisierte Studie, die Fett gesenkt hat, erreichte nichts — 48.835 Frauen über im Mittel 8,1 Jahre, keine Senkung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Brust- oder Darmkrebs. Und die einzige große randomisierte Studie mit hartem Endpunkt, die etwas erreicht hat, lief auf der anderen Seite: In PREDIMED war die Vergleichsgruppe die fettreduzierte, und die fettreiche Mittelmeerkost mit nativem Olivenöl senkte Herzinfarkt, Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Tod um 31 Prozent gegen sie. Die Obergrenze von rund 39 Energieprozent ist keine Risikogrenze, sondern die Größenordnung, in der diese Studie tatsächlich gelaufen ist. Für diesen Wert gilt schärfer als für jeden anderen: Die Zahl allein sagt fast nichts. Fett ist kein Stoff, sondern eine Klasse, und die App zerlegt sie bereits in sieben weitere Speichen — gesättigte, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Linolsäure, α-Linolensäure, EPA und DHA sowie trans-Fettsäuren. Der belegte Hebel sitzt vollständig in dieser Zerlegung und nicht in der Summe: Der Ersatz gesättigter durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren senkte in acht randomisierten Studien mit 13.614 Teilnehmern die koronare Herzkrankheit um 19 Prozent, bei unveränderter Gesamtfettmenge.

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Die Wirkung — was die Studien sagen

Wo viel drinsteckt — die Vorschläge zum Nachlegen

Quelle der Gehalte: FoodData Central

In den Zeilen, mit denen Mikrolot rechnet

Die Regeln zum Zubereiten

Was daran offen ist

Belege

  1. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Fett und essenzielle Fettsäuren
  2. Low-Fat Dietary Pattern and Risk of Cardiovascular Disease: The Women's Health Initiative Randomized Controlled Dietary Modification Trial (2006)
  3. Effects on Coronary Heart Disease of Increasing Polyunsaturated Fat in Place of Saturated Fat: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials (2010)
  4. Primary Prevention of Cardiovascular Disease with a Mediterranean Diet Supplemented with Extra-Virgin Olive Oil or Nuts (2018)
  5. Associations of fats and carbohydrate intake with cardiovascular disease and mortality in 18 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study (2017)
  6. FoodData Central

Stand der Recherche: 2026-08-16