Makros

Freier Zucker

Bei diesem Wert ist wenig gut — er ist eine Obergrenze und kein Ziel, und null ist das beste Ergebnis. Freier Zucker ist der einzige der 45 Werte, für den es keinen Bedarf gibt. Was hierzu selten dazugesagt wird: Die berühmten 10 Prozent der WHO stammen aus Kariesdaten, nicht aus Herzstudien, und die noch strengeren 5 Prozent sind ausdrücklich eine bedingte Empfehlung auf schwacher Grundlage. Die Herz-Kreislauf-Daten kommen von woanders und zeigen in dieselbe Richtung: Bei 11.733 Menschen über knapp 15 Jahre stieg die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem Zuckeranteil exponentiell — ab einem Viertel der Kalorien war sie fast verdreifacht. Zwei Dinge sind beim Zählen wichtiger als die Menge. Erstens die Definition: Fruchtsaft, Honig und Sirup zählen vollständig mit, die ganze Frucht dagegen nicht — chemisch derselbe Zucker, aber er kommt anders an. Zweitens, wo er steckt: Der meiste freie Zucker sitzt im Herzhaften, in Ketchup, Dressings, Brot und Wurst, und fällt beim Essen wie beim Aufschreiben nicht auf. Falls du einen einzigen Griff suchst: Gezuckerte Getränke durch Wasser zu ersetzen war in einer großen Auswertung mit rund einem Fünftel niedrigerer Sterblichkeit verbunden — und verbessert gleichzeitig deinen Wasserwert.

Der Referenzwert

50 g Zufuhr je Tag aus Essen und Präparaten zusammen, entspricht unter 5 Energieprozent bei 2.400 kcal Deutsche Gesellschaft für Ernährung 2018

Obergrenze — hier ist wenig gut nach Konsensuspapier DGE, DAG und DDG 2018, gestützt auf die WHO-Leitlinie 2015. Die Empfehlung lautet auf weniger als 10 Prozent der Gesamtenergie; bei einer angenommenen Zufuhr von 2.000 kcal ergibt das die verbreiteten 50 g. Die App rechnet allerdings mit 2.400 kcal Referenzenergie, dort wären 10 Prozent 60 g. Die App ist damit strenger als der Richtwert — bei einer Obergrenze die unbedenkliche Richtung, aber eine andere Energiebasis als bei den übrigen Makros.

Wo der Wert langfristig liegen sollte

0 bis 30 g

Der erste Eintrag dieser Datei, bei dem das Optimum unterhalb des Referenzwerts liegt, und der einzige mit einer Untergrenze von null. Für freien Zucker gibt es keinen Bedarf — es gibt keine Körperfunktion, die ihn braucht, und keine Zufuhr, unterhalb derer etwas fehlt. Die Obergrenze der Spanne folgt der zweiten, strengeren WHO-Empfehlung: unter 5 Prozent der Energie, bei 2.400 kcal also 30 g. Wichtig ist, worauf diese Zahlen stehen. Die WHO stützt beide Empfehlungen auf Daten zu Karies, nicht auf Herz-Kreislauf-Daten — für die 10 Prozent auf Beobachtungsstudien mittlerer Qualität, für die 5 Prozent auf ökologische Studien sehr niedriger Qualität. Die zweite Zahl ist ausdrücklich eine bedingte Empfehlung. Das wird selten dazugesagt. Freier Zucker ist eine Definition und keine Substanz: alle Ein- und Zweifachzucker, die Hersteller, Koch oder Essender zusetzen, dazu die Zucker in Honig, Sirup, Fruchtsaft und Fruchtsaftkonzentrat. Chemisch ist der Zucker im Apfelsaft derselbe wie der im Apfel — er zählt trotzdem, der im Apfel nicht. Der Unterschied liegt nicht im Molekül, sondern darin, wie schnell es im Blut ankommt und wie wenig es sättigt. Genau diese Unterscheidung kann ein Essensprotokoll nur treffen, wenn es das Lebensmittel kennt und nicht bloß seinen Zuckergehalt.

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Die Wirkung — was die Studien sagen

Wo am meisten drinsteckt

Quelle der Gehalte: FoodData Central

Die Regeln zum Zubereiten

Was daran offen ist

Belege

  1. Guideline: Sugars intake for adults and children (2015)
  2. Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland — Konsensuspapier (2018)
  3. Added Sugar Intake and Cardiovascular Diseases Mortality Among US Adults (2014)
  4. Consumption of sugar sweetened beverages, artificially sweetened beverages, and fruit juice and incidence of type 2 diabetes: systematic review, meta-analysis, and estimation of population attributable fraction (2015)
  5. Beverage consumption and mortality among adults with type 2 diabetes: prospective cohort study (2023)
  6. FoodData Central

Stand der Recherche: 2026-08-16