Makros

Ges. Fettsäuren

Bei den gesättigten Fettsäuren ist wenig gut — sie sind eine Obergrenze, und der Körper stellt alle her, die er braucht. Der Befund dazu ist gut belegt und zugleich kleiner, als er meist erzählt wird. Eine Cochrane-Auswertung über 15 randomisierte Studien mit 56.675 Menschen fand 17 Prozent weniger Herz-Kreislauf-Ereignisse, wenn gesättigtes Fett gesenkt wurde — aber keine Veränderung der Sterblichkeit, weder insgesamt noch an Herzkrankheiten. Beides gehört zusammen genannt. Entscheidend ist dabei nicht das Weglassen, sondern das Ersetzen: Studien, in denen gesättigtes Fett durch mehrfach ungesättigtes Pflanzenöl ersetzt wurde, senkten Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 30 Prozent — eine Größenordnung, die die amerikanische Herzgesellschaft mit der von Statinen vergleicht. Ersatz durch einfach ungesättigtes Fett blieb dagegen unklar. Zwei Dinge, die überraschen. Erstens: Käse und Joghurt verhalten sich in den Daten anders als Butter und Wurst, obwohl das Fett dasselbe ist — offenbar zählt, worin es steckt. Zweitens: Kokosöl hat mehr davon als Butter, trotz seines Rufs. Und zur Einordnung deiner eigenen Zahl: Deutschland liegt im Schnitt bei 15 bis 16 Prozent der Energie, die Grenze bei 10. Über der Grenze zu liegen ist hier der Normalfall.

Der Referenzwert

27 g Zufuhr je Tag aus Essen und Präparaten zusammen, entspricht 7 Energieprozent bei 2.400 kcal Deutsche Gesellschaft für Ernährung 2015

Obergrenze — hier ist wenig gut nach DGE-Leitlinie Fettzufuhr und Prävention, 2. Version 2015. Die DGE-Leitlinie nennt keine einzelne Zahl, sondern eine Spanne: 7 bis 10 Prozent der Energiezufuhr. Bei 2.400 kcal sind 27 g genau 10,1 Energieprozent, also das obere Ende. Das untere Ende läge bei 19 g. Begründet ist die Grenze über Interventionsstudien zur Senkung des LDL-Cholesterins. Zum Vergleich: Die tatsächliche Zufuhr in Deutschland liegt bei Männern bei 16 und bei Frauen bei 15 Energieprozent — rund die Hälfte über der Obergrenze.

Wo der Wert langfristig liegen sollte

0 bis 19 g

Die Spanne folgt dem unteren Ende der DGE-Leitlinie, nicht dem oberen, und der Grund dafür ist der bestbelegte Zusammenhang dieser ganzen Datei: Randomisierte Studien, in denen gesättigtes Fett durch mehrfach ungesättigtes Pflanzenöl ersetzt wurde, senkten Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 30 Prozent — eine Größenordnung, die die American Heart Association ausdrücklich mit der einer Statintherapie vergleicht. Die Untergrenze steht bei null, weil es keinen Bedarf gibt: Der Körper stellt alle gesättigten Fettsäuren, die er braucht, selbst her. Damit ist dies nach dem freien Zucker der zweite Wert dieser Datei ohne jede Unterversorgung. Entscheidend ist bei diesem Wert nicht das Weglassen, sondern das Ersetzen — und das ist keine Feinheit, sondern der Unterschied zwischen Wirkung und Wirkungslosigkeit. Die Cochrane-Auswertung hält beides fest: Ersatz durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren oder durch Kohlenhydrate erwies sich als nützlich, Ersatz durch einfach ungesättigte Fettsäuren blieb unklar. Wer gesättigtes Fett streicht und die Lücke gar nicht füllt, hat in keiner dieser Studien etwas gewonnen.

Marken

Die Wirkung — was die Studien sagen

Woran es wirklich hängt

LDL-Cholesterin in mg/dl

Günstig: 0 bis 116 mg/dl

Der Marker, auf dem die Grenze selbst steht: Die DGE begründet die 10 Energieprozent ausdrücklich mit Interventionsstudien zur LDL-Senkung. Die europäischen Leitlinien für Fettstoffwechselstörungen nennen für Menschen mit niedrigem Risiko — der Zielgruppe dieser App — einen Wert unter 116 mg/dl. Die Untergrenze steht bei null, weil unterhalb der durch Ernährung erreichbaren Werte kein Schaden belegt ist. Die Zielwerte sind nach Risiko gestuft und nicht allgemein gültig: unter 100 mg/dl bei mittlerem, unter 70 bei hohem und unter 55 bei sehr hohem Risiko. Welche Stufe gilt, hängt an Alter, Blutdruck, Rauchen, Diabetes und Vorerkrankungen und lässt sich aus einem Essensprotokoll nicht bestimmen. Und der Wert hängt bei weitem nicht nur am gesättigten Fett — die erbliche Veranlagung erklärt einen erheblichen Teil. ESC/EAS 2019

Wo am meisten drinsteckt

Quelle der Gehalte: FoodData Central

In den Zeilen, mit denen Mikrolot rechnet

Die Regeln zum Zubereiten

Was daran offen ist

Belege

  1. Evidenzbasierte Leitlinie — Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten, 2. Version (2015)
  2. Reduction in saturated fat intake for cardiovascular disease (2020)
  3. Dietary Fats and Cardiovascular Disease: A Presidential Advisory From the American Heart Association (2017)
  4. Effects on Coronary Heart Disease of Increasing Polyunsaturated Fat in Place of Saturated Fat: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials (2010)
  5. 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk (2019)
  6. Food Sources of Saturated Fat and Risk of Cardiovascular Disease: A Systematic Review (2025)
  7. FoodData Central

Stand der Recherche: 2026-08-16