Mineralstoffe

Jod

Jod ist der Eintrag, bei dem beide Richtungen dasselbe Organ treffen: Zu wenig und zu viel stören die Schilddrüse, und beides erhöht das Risiko einer Autoimmunerkrankung. Der gute Bereich liegt zwischen 150 und 250 µg am Tag, die Obergrenze bei 600. Für dich ist wahrscheinlich die untere Seite die relevante: Deutschland ist nach WHO-Kriterien wieder ein mildes Mangelgebiet, 32 % der Erwachsenen liegen unter ihrem Bedarf. Der Grund ist eine stille Verschiebung — die Lebensmittelindustrie verwendet kaum noch Jodsalz, und wer Milch, Ei und Fisch weglässt, hat kaum noch eine Jodquelle. Jodiertes Speisesalz im eigenen Haushalt ist die einfachste Gegenmaßnahme. Nach oben gibt es genau eine realistische Falle: getrocknete Meeresalgen. Ein einziges Gramm Kombu kann die Tagesobergrenze um ein Vielfaches überschreiten.

Der Referenzwert

200 µg Zufuhr je Tag aus Essen und Präparaten zusammen

Empfohlene Zufuhr nach D-A-CH / DGE, Erwachsene 19 bis unter 51 Jahre. Ab 51 Jahren nennt die DGE 180 µg. International liegen die Werte niedriger: EFSA und WHO empfehlen 150 µg je Tag für Erwachsene. Der deutsche Wert ist höher angesetzt, weil Deutschland historisch ein Jodmangelgebiet ist.

Wo der Wert langfristig liegen sollte

150 bis 250 µg

Jod hat die engste und symmetrischste U-Kurve dieser ganzen Liste — und zwar für denselben Endpunkt an beiden Enden: Sowohl zu wenig als auch zu viel Jod stört die Schilddrüse, und beides erhöht das Risiko für eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Das ist ungewöhnlich. Bei Kalzium sind es unten und oben verschiedene Krankheiten; bei Jod ist es dasselbe Organ, das in beide Richtungen kippt. Die Spanne dazwischen ist schmal, und sie zu treffen ist wichtiger als bei den meisten anderen Einträgen — die Schilddrüse steuert den Grundumsatz, den Herzrhythmus, die Körpertemperatur und die geistige Leistungsfähigkeit. Aus jodiertem Speisesalz, Seefisch, Milch und Eiern. Der Haken: Die Lebensmittelindustrie verwendet kaum noch Jodsalz, und wer auf Milch, Ei und Fisch verzichtet, hat in Deutschland kaum eine natürliche Jodquelle mehr. Meeresalgen sind das Gegenteil des Problems — sie enthalten so viel Jod, dass eine einzige Portion die Obergrenze um ein Vielfaches überschreiten kann.

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Die Wirkung — was die Studien sagen

Woran es wirklich hängt

Jod im Urin (Urinjodkonzentration, UIC) in µg/l

Günstig: 100 bis 199 µg/l

Anders als bei Zink gibt es hier einen brauchbaren Marker: Rund 90 % des aufgenommenen Jods wird über den Urin ausgeschieden, der Wert bildet die Zufuhr also direkt ab. Die WHO wertet einen Median von 100 bis 199 µg/l als ausreichend versorgt, unter 100 µg/l als Mangelgebiet, über 300 µg/l als Überversorgung. Der Wert schwankt von Tag zu Tag stark und ist für die einzelne Person nur eingeschränkt aussagekräftig — er ist als Bevölkerungsmaß gedacht, nicht als Einzelbefund. Verbraucherzentrale

Wo viel drinsteckt — die Vorschläge zum Nachlegen

Quelle der Gehalte: Nährwerttabellen (Bundeslebensmittelschlüssel, DGE, USDA FoodData Central) sowie Gehaltsangaben für jodiertes Speisesalz nach deutscher Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (2026)

In den Zeilen, mit denen Mikrolot rechnet

Die Regeln zum Zubereiten

Was daran offen ist

Belege

  1. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Jod
  2. Overview on Tolerable Upper Intake Levels as derived by the EFSA — Jod (2024)
  3. U-shaped relationship between iodine status and thyroid autoimmunity risk in adults (2019)
  4. Iodine Excess as an Environmental Risk Factor for Autoimmune Thyroid Disease (2014)
  5. Iodoprophylaxis and thyroid autoimmunity: an update (2021)
  6. Jodversorgung in Deutschland: Ergebnisse des Jodmonitorings bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
  7. Jodversorgung ist in Deutschland wieder rückläufig
  8. Proposed maximum levels for the addition of iodine to foods including food supplements
  9. Beyond thyroid dysfunction: the systemic impact of iodine excess (2025)
  10. Nährwerttabellen (Bundeslebensmittelschlüssel, DGE, USDA FoodData Central) sowie Gehaltsangaben für jodiertes Speisesalz nach deutscher Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (2026)
  11. Effect of different cooking methods on iodine losses (2011)
  12. Effects of storage and cooking on the iodine content in iodized salt (1999)
  13. Concentrations of thiocyanate and goitrin in human plasma, their precursor concentrations in brassica vegetables, and associated potential risk for hypothyroidism (2016)
  14. Selenium in thyroid disorders — essential knowledge for clinicians (2020)

Stand der Recherche: 2026-08-15