Mineralstoffe

Kalium

Kalium ist der am besten belegte Eintrag dieser Liste — und der einzige, bei dem eine randomisierte Studie zeigt, dass die Umstellung wirklich Leben verlängert: In China wurde bei rund 21.000 Menschen ein Teil des Kochsalzes durch Kaliumsalz ersetzt, fünf Jahre später gab es 14 % weniger Schlaganfälle und 12 % weniger Todesfälle. Kalium ist der Gegenspieler von Natrium — es hilft der Niere, Salz auszuscheiden, und entspannt die Gefäße. Deshalb zählt weniger die Zahl allein als das Verhältnis: Wer mehr Natrium als Kalium isst, liegt falsch herum, und genau das tut fast jeder, der viel Verarbeitetes isst. Nach oben gibt es aus dem Essen keine Grenze; deine Niere regelt das. Eine Ausnahme, die ernst zu nehmen ist: Bei Nierenerkrankung oder bestimmten Blutdruckmedikamenten kann zu viel Kalium gefährlich werden — dann gilt dieser Eintrag nicht.

Der Referenzwert

4000 mg Zufuhr je Tag aus dem Essen, ohne Präparate

Schätzwert für eine angemessene Zufuhr nach D-A-CH / DGE, Fassung 2016, Erwachsene. International liegen die Werte etwas niedriger: EFSA und WHO nennen 3.500 mg je Tag. Alle drei Zahlen beschreiben dasselbe — eine Zufuhr, die aus reichlich Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Kartoffeln von selbst zustande kommt und aus verarbeiteter Kost so gut wie nie.

Wo der Wert langfristig liegen sollte

3500 bis 4700 mg

Kalium ist der einzige Eintrag dieser Liste, dessen Nutzen in randomisierten Studien mit harten Endpunkten belegt ist — nicht nur in Kohorten. Es ist zugleich der Gegenspieler von Natrium: Kalium fördert die Natriumausscheidung, entspannt die Gefäßmuskulatur und senkt den Blutdruck. Deshalb ist die aussagekräftigere Größe nicht Kalium allein, sondern das Verhältnis von Natrium zu Kalium. Eine typische westliche Kost dreht dieses Verhältnis um: viel Natrium, wenig Kalium — genau die Konstellation, für die die Kohortendaten die höchste Sterblichkeit finden. Nach oben gibt es aus dem Essen keine sinnvolle Grenze; die Niere scheidet den Überschuss aus, solange sie gesund ist. Aus dem Essen unbegrenzt, aus Präparaten und Kaliumsalzen mit Vorsicht. Der Unterschied ist hier größer als bei jedem anderen Mineralstoff: Kalium aus Gemüse kommt langsam und mit Wasser, Ballaststoffen und organischen Säuren; Kaliumchlorid aus der Kapsel kommt als Stoß. Genau dieser Stoß ist bei eingeschränkter Nierenfunktion der gefährliche Teil.

Es gibt keine. Für Kalium aus Lebensmitteln hat weder die EFSA noch das IOM einen Tolerable Upper Intake Level abgeleitet — bei gesunder Niere wird der Überschuss ausgeschieden. Das ist die Ausnahme in dieser Datei und der Grund, warum Kalium der unbedenklichste Eintrag ist. Deutsche Gesellschaft für Ernährung 2016

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Die Wirkung — was die Studien sagen

Woran es wirklich hängt

Kalium im Serum in mmol/l

Günstig: 3,5 bis 5 mmol/l

Der Normbereich, nicht ein Zielwert. Kalium wird im Blut so eng geregelt, dass der Serumwert über die Zufuhr fast nichts aussagt — er bleibt normal, egal ob man 2.000 oder 5.000 mg isst. Er ist ein Sicherheits-, kein Versorgungsmarker: Er zeigt an, wann es gefährlich wird, nicht, ob man genug bekommt. Wer die Zufuhr messen will, misst Kalium im 24-Stunden-Urin. Ein normaler Serumwert ist kein Beleg für eine gute Kaliumversorgung. Deutsche Gesellschaft für Ernährung 2016

Wo viel drinsteckt — die Vorschläge zum Nachlegen

Quelle der Gehalte: Nährwerttabellen (Bundeslebensmittelschlüssel, DGE, USDA FoodData Central) (2026)

In den Zeilen, mit denen Mikrolot rechnet

Die Regeln zum Zubereiten

Was daran offen ist

Belege

  1. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Kalium (2016)
  2. Effect of increased potassium intake on cardiovascular risk factors and disease: systematic review and meta-analyses (2013)
  3. Effect of Salt Substitution on Cardiovascular Events and Death (SSaSS) (2021)
  4. Sex-specific associations between sodium and potassium intake and overall and cause-specific mortality (2024)
  5. Estimated Dietary Na+/K+-Ratio and Cardiovascular Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis
  6. Meta-Analysis of Potassium Intake and the Risk of Stroke
  7. Effect of changes in potassium intake on blood pressure: a dose–response meta-analysis of randomized clinical trials (2000–2024) (2025)
  8. Association between dietary sodium, potassium, and the sodium-to-potassium ratio and mortality: A 10-year analysis (2022)
  9. Nährwerttabellen (Bundeslebensmittelschlüssel, DGE, USDA FoodData Central) (2026)
  10. The Effects of Boiling and Leaching on the Content of Potassium and Other Minerals in Potatoes (2008)

Stand der Recherche: 2026-08-15