Mineralstoffe

Kupfer

Bei Kupfer ist die interessante Frage nicht „wie viel?", sondern „im Verhältnis wozu?". Kupfer und Zink teilen sich im Darm denselben Weg, und der Quotient aus beiden im Blut hat sich als eigenständiger Alterungsmarker herausgestellt: Bei über 70-Jährigen sagt ein hoher Kupfer-Zink-Quotient die Sterblichkeit voraus, dazu Muskelschwund, schwächeren Händedruck und langsameren Gang. Ein Kupfermangel entsteht in Mitteleuropa fast nie durch zu wenig Kupfer im Essen — sondern durch zu viel Zink aus Präparaten. Nach oben ist der Spielraum groß: Die Obergrenze von 5 mg wird aus normaler Kost nicht erreicht. Ein Vorbehalt gehört dazu: Kupfer im Blut steigt bei jeder Entzündung, weil es an einem Entzündungsprotein hängt. Ob hohes Kupfer krank macht oder Krankheit das Kupfer hebt, ist nicht entschieden.

Der Referenzwert

1,3 mg Zufuhr je Tag aus Essen und Präparaten zusammen

Schätzwert für eine angemessene Zufuhr nach D-A-CH / DGE, Erwachsene — Schätzwert als Spanne 1,0 bis 1,5 mg. Die 1,3 mg in der App sind die Mitte der DGE-Spanne und damit eine vertretbare Wahl. Die EFSA nennt etwas höhere Werte: 1,6 mg für Männer, 1,3 mg für Frauen.

Wo der Wert langfristig liegen sollte

1 bis 1,6 mg

Kupfer ist der Eintrag mit der schwächsten eigenständigen Datenlage — und zugleich einer der interessantesten, weil das Interessante nicht die Zahl ist, sondern das Verhältnis zu Zink. Beide Metalle nutzen denselben Transportweg, beide sind Kofaktoren derselben Superoxid-Dismutase, und der Quotient aus beiden im Serum hat sich als eigenständiger Alterungsmarker herausgestellt: Ein hoher Kupfer-Zink-Quotient sagt bei über 70-Jährigen die Sterblichkeit voraus, unabhängig von Entzündungsmarkern, und geht mit Gebrechlichkeit, schwächerem Händedruck und langsamerem Gang einher. Die Longevity-Frage bei Kupfer lautet deshalb weniger „wie viel?" als „im richtigen Verhältnis zu Zink?". Für die absolute Zufuhr gilt: Der Bedarf wird in Mitteleuropa von normaler Kost gedeckt, ein Mangel entsteht in aller Regel nicht durch zu wenig Kupfer im Essen, sondern durch zu viel Zink aus Präparaten. Aus Innereien, Nüssen, Samen, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Kakao und Schalentieren. Ein selten bedachter Beitrag: Trinkwasser aus Kupferleitungen, besonders in weichem und saurem Wasser und beim ersten Zapfen am Morgen.

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Die Wirkung — was die Studien sagen

Woran es wirklich hängt

Kupfer im Serum, besser der Kupfer-Zink-Quotient in µg/l beziehungsweise Verhältnis

Günstig: 700 bis 1400 µg/l beziehungsweise Verhältnis

Der Normbereich des Serumkupfers, grob. Aussagekräftiger ist der Quotient zu Zink: In der italienischen Kohorte über 70-Jähriger sagte ein hoher Kupfer-Zink-Quotient die Sterblichkeit über 3,5 Jahre voraus; in der finnischen Kuopio-Studie mit 2.088 Männern lag die Hazard Ratio für den Tod durch Lungenentzündung im obersten Drittel bei 1,75. Der wichtigste Vorbehalt dieses Eintrags: Über 90 % des Serumkupfers hängen an Coeruloplasmin, und das ist ein Akut-Phase-Protein. Bei jeder Entzündung, bei Übergewicht, bei Infekt und unter Östrogeneinfluss — auch durch die Pille — steigt es. Der Zusammenhang zwischen hohem Serumkupfer und Sterblichkeit könnte deshalb zu einem erheblichen Teil umgekehrt sein: nicht das Kupfer macht krank, sondern die Krankheit hebt das Kupfer. Biogerontology

Wo viel drinsteckt — die Vorschläge zum Nachlegen

Quelle der Gehalte: Nährwerttabellen (Bundeslebensmittelschlüssel, DGE, USDA FoodData Central) (2026)

Die Regeln zum Zubereiten

Unabhängig von der Menge

Was daran offen ist

Belege

  1. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän
  2. Re-evaluation of the existing health-based guidance values for copper and exposure assessment from all sources (2023)
  3. Plasma copper/zinc ratio: An inflammatory/nutritional biomarker as predictor of all-cause mortality in elderly population
  4. Serum copper, zinc and selenium and their ratios as predictors of pneumonia death risk in men: the Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study
  5. Copper-to-zinc ratio predicts incident sarcopenia and adverse health outcomes: Results from I-Lan Longitudinal Aging Study
  6. Serum copper levels and risk of major adverse cardiovascular events: a systematic review and meta-analysis (2023)
  7. Copper — assessment of suggested maximum limits in food supplements
  8. Long-term dietary exposure to copper in the population in Germany — Results from the BfR MEAL study
  9. Nährwerttabellen (Bundeslebensmittelschlüssel, DGE, USDA FoodData Central) (2026)
  10. Copper absorption and retention in young men at three levels of dietary copper by use of the stable isotope 65Cu (1989)
  11. A stable isotope study of copper absorption in young men: effect of phytate and alpha-cellulose (1985)

Stand der Recherche: 2026-08-15