Mineralstoffe

Magnesium

Magnesium ist der seltene Fall, in dem mehr auch wirklich besser ist — bis etwa 400 mg am Tag. Über eine Million Menschen in 40 Studien: je 100 mg mehr rund 19 % weniger Typ-2-Diabetes, 7 % weniger Schlaganfall, 10 % weniger Gesamtsterblichkeit. Beim Herzinfarkt zeigt sich dagegen nichts. Ab 400 mg flacht die Kurve ab, und nach oben gibt es aus dem Essen keine Grenze: Was zu viel ist, scheidet die Niere aus. Zwei Dinge sind wichtig. Erstens: Der Effekt hängt am Essen — Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, Blattgrün, Kakao —, bei Präparaten ließ er sich nicht wiederfinden. Zweitens: Wenn du irgendwo die Zahl 250 mg als Obergrenze liest — die gilt nur für Präparate, nicht für dein Essen.

Der Referenzwert

350 mg Zufuhr je Tag aus dem Essen, ohne Präparate

Empfohlene Zufuhr nach D-A-CH / DGE, Männer 25 bis unter 51 Jahre. Nach Geschlecht: Männer 350 mg, Frauen 300 mg.

Wo der Wert langfristig liegen sollte

350 bis 450 mg

Magnesium ist der freundlichste Fall dieser ganzen Liste: Die Kurve zeigt nach oben, sie hat keine erkennbare Gegenflanke, und sie flacht erst dort ab, wo aus normalem Essen ohnehin Schluss ist. Die Dosis-Wirkungs-Analysen finden die stärkste Risikosenkung zwischen 150 und 400 mg je Tag, danach ein Plateau. Der DGE-Referenzwert von 350 mg liegt also nicht am oberen Rand des Guten, sondern kurz davor — 400 mg sind der Punkt, ab dem mehr nichts mehr bringt. Anders als bei Kalzium oder Eisen gibt es keinen Beobachtungsbefund, der eine höhere Zufuhr aus dem Essen mit Schaden verbindet. Aus dem Essen, und das ist hier nicht bloß eine Vorliebe: Die Metaanalyse von 2022 findet die Risikosenkung für Magnesium aus der Nahrung, für die Gesamtzufuhr einschließlich Präparaten dagegen keinen belegten Zusammenhang. Magnesiumreiche Lebensmittel — Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, Blattgrün, Kakao — bringen Ballaststoffe, Kalium und Polyphenole mit; ob das Magnesium wirkt oder das Muster, in dem es steckt, ist offen.

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Die Wirkung — was die Studien sagen

Woran es wirklich hängt

Magnesium im Serum in mmol/l

Günstig: 0,85 bis 0,95 mmol/l

Mit Vorsicht zu lesen. Im Blut liegt nur rund 1 % des Körpermagnesiums, und der Wert wird eng geregelt — er kann normal aussehen, während die Speicher in Knochen und Muskel schon leer sind. Brauchbar ist er trotzdem als grobe Einordnung: In der Metaanalyse von Del Gobbo sank das kardiovaskuläre Risiko über den Bereich 0,72 bis 0,90 mmol/l hinweg mit steigendem Serumwert. Wer genauer hinsehen will, misst Magnesium in den roten Blutkörperchen. Ein normaler Serumwert schließt einen Mangel nicht aus. Das ist der häufigste Fehlschluss bei diesem Mineralstoff. PLoS ONE 2013

Wo viel drinsteckt — die Vorschläge zum Nachlegen

Quelle der Gehalte: Nährwerttabellen (Bundeslebensmittelschlüssel, DGE, USDA FoodData Central) (2026)

In den Zeilen, mit denen Mikrolot rechnet

Die Regeln zum Zubereiten

Was daran offen ist

Belege

  1. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Magnesium
  2. Dietary magnesium intake and the risk of cardiovascular disease, type 2 diabetes, and all-cause mortality: a dose–response meta-analysis of prospective cohort studies (2016)
  3. Total, Dietary, and Supplemental Magnesium Intakes and Risk of All-Cause, Cardiovascular, and Cancer Mortality: A Systematic Review and Dose–Response Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies (2022)
  4. Magnesium and the Risk of Cardiovascular Events: A Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies (2013)
  5. BfR assesses maximum daily level for magnesium in food supplements
  6. Risk assessment of magnesium in food supplements (2016)
  7. Perspective: Call for Re-evaluation of the Tolerable Upper Intake Level for Magnesium Supplementation in Adults (2023)
  8. Case report: Near-fatal hypermagnesemia resulting from the use of Epsom salts in a patient with normal renal function (2024)
  9. Nährwerttabellen (Bundeslebensmittelschlüssel, DGE, USDA FoodData Central) (2026)
  10. Cooking Losses of Minerals in Foods and Its Nutritional Significance (1990)
  11. Phytic acid added to white-wheat bread inhibits fractional apparent magnesium absorption in humans (2004)
  12. Fractional magnesium absorption is significantly lower in human subjects from a meal served with an oxalate-rich vegetable, spinach, as compared with a meal served with kale, a vegetable with a low oxalate content (2004)
  13. Intestinal absorption of magnesium from food and supplements (1991)
  14. Meal effect on magnesium bioavailability from mineral water in healthy women (2002)

Stand der Recherche: 2026-08-15