Mineralstoffe

Mangan

Mangan ist Nährstoff und Nervengift zugleich, und seine Kurve fällt deshalb nach beiden Seiten ab: Zu wenig und zu viel gehen mit mehr Typ-2-Diabetes und höherer Sterblichkeit einher, bei Kindern auch mit schlechterer geistiger Entwicklung. Der gute Bereich liegt zwischen 2 und 5 mg am Tag. Für dich ist wahrscheinlich die obere Seite die interessante: Mangan steckt in Vollkorn, Hafer, Nüssen, Hülsenfrüchten — und in Tee. Eine pflanzenbetonte Kost mit ein paar Tassen Tee kommt leicht auf 8 bis 10 mg. Das ist kein Grund zur Sorge, aber es ist der Punkt, an dem die Forschung aufhört: Die EFSA konnte 2023 gar keine Obergrenze festlegen, weil die Daten nicht reichen. Der genannte Wert von 8 mg ist deshalb nicht die Grenze zum Schädlichen, sondern das Ende des Untersuchten. Ein Manganmangel dagegen kommt beim Menschen praktisch nicht vor.

Der Referenzwert

3 mg Zufuhr je Tag aus Essen und Präparaten zusammen

Schätzwert für eine angemessene Zufuhr nach D-A-CH / DGE, Erwachsene — Schätzwert als Spanne 2,0 bis 5,0 mg. Die 3 mg in der App liegen etwas unter der Mitte der DGE-Spanne und entsprechen dem EFSA-Wert von 3 mg je Tag. Vertretbar.

Wo der Wert langfristig liegen sollte

2 bis 5 mg

Mangan ist das deutlichste Beispiel dieser Datei für einen Stoff, der zugleich unentbehrlicher Nährstoff und Nervengift ist — und dessen Kurve deshalb in beide Richtungen abfällt. Es ist Kofaktor der Mangan-Superoxid-Dismutase, des Enzyms, das in den Mitochondrien Superoxid abfängt, dort wo es entsteht. Das ist ein Kernstück der Zellalterung. Zugleich ist Mangan das Metall hinter dem „Manganismus", einer Parkinson-ähnlichen Erkrankung. Die Kohortendaten spiegeln diese Doppelnatur: U-förmige Zusammenhänge mit Typ-2-Diabetes, mit der Gesamtsterblichkeit und — bei Kindern — mit der geistigen Entwicklung. Die gute Nachricht: Die Spanne 2 bis 5 mg trifft man mit normalem Essen fast von selbst. Die schlechte: Wer sich sehr pflanzenbetont ernährt und viel Tee trinkt, liegt schnell darüber, ohne es zu ahnen. Vollkorn, Nüsse, Hülsenfrüchte, Hafer und vor allem Tee — schwarzer wie grüner. Für die Zielgruppe dieser App ist das die entscheidende Nachricht: Eine pflanzenbetonte Kost mit Haferflocken, Vollkornbrot, Nüssen und mehreren Tassen Tee kommt ohne Weiteres auf 8 bis 10 mg je Tag und damit an oder über den sicheren Zufuhrwert. Tierische Lebensmittel enthalten kaum Mangan.

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Die Wirkung — was die Studien sagen

Wo viel drinsteckt — die Vorschläge zum Nachlegen

Quelle der Gehalte: Nährwerttabellen (Bundeslebensmittelschlüssel, DGE, USDA FoodData Central) (2026)

Die Regeln zum Zubereiten

Unabhängig von der Menge

Was daran offen ist

Belege

  1. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän
  2. Scientific opinion on the tolerable upper intake level for manganese (2023)
  3. U-Shaped Association between Plasma Manganese Levels and Type 2 Diabetes
  4. Dietary manganese and type 2 diabetes mellitus: two prospective cohort studies in China (2018)
  5. Dietary manganese, type 2 diabetes, and cardiovascular disease: A UK Biobank cohort study and meta-analysis of over 270,000 individuals
  6. The relationship between serum manganese concentration with all-cause and cause-specific mortality
  7. Association between blood manganese and cardiovascular diseases among U.S. adult population (2024)
  8. Manganese exposure and cognitive deficits: A growing concern for manganese neurotoxicity
  9. Nährwerttabellen (Bundeslebensmittelschlüssel, DGE, USDA FoodData Central) (2026)
  10. Influence of tea drinking on manganese intake, manganese status and leucocyte expression of MnSOD and cytosolic aminopeptidase P (2006)
  11. Manganese absorption and retention by young women is associated with serum ferritin concentration (1999)

Stand der Recherche: 2026-08-15