Mineralstoffe

Molybdän

Molybdän ist der unauffälligste Eintrag dieser Liste — und das ist die eigentliche Nachricht. Zu wenig davon kommt bei gesunden Menschen nicht vor, und die Obergrenze liegt beim Achtfachen des Bedarfs. Der einzige beschriebene Schadensfall stammt aus einer Region Armeniens mit außergewöhnlich molybdänreichem Boden, wo Menschen über hundertmal so viel aufnahmen wie hier empfohlen und darauf mit gichtartigen Gelenkschmerzen reagierten — nachvollziehbar, denn Molybdän treibt das Enzym an, das Harnsäure herstellt. Studien zu Lebenserwartung oder Alterung gibt es zu Molybdän nicht, und das ist keine Recherchelücke, sondern der Stand. Wenn du viel Linsen, Bohnen und Vollkorn isst, liegst du regelmäßig über dem Referenzwert. Das ist unbedenklich und eher ein Zeichen dafür, dass du gut isst.

Der Referenzwert

75 µg Zufuhr je Tag aus Essen und Präparaten zusammen

Schätzwert für eine angemessene Zufuhr nach D-A-CH / DGE, Erwachsene — Schätzwert als Spanne 50 bis 100 µg. Die 75 µg der App sind die Mitte der DGE-Spanne. Die EFSA nennt 65 µg je Tag für Männer und Frauen — dieselbe Größenordnung, und anders als bei Chrom hat sie hier einen Wert festgelegt statt ihn zu verweigern.

Wo der Wert langfristig liegen sollte

50 bis 100 µg

Molybdän ist der ruhigste Eintrag dieser Liste, und das ist selbst die wichtigste Aussage: Es gibt praktisch keine Longevity-Frage bei Molybdän. Ein Mangel wird bei gesunden Menschen nicht beobachtet — nicht selten, sondern gar nicht. Nach oben liegt die Obergrenze beim Achtfachen des Bedarfs, und der einzige dokumentierte Schadensfall am Menschen stammt aus einer Region mit außergewöhnlich molybdänreichem Boden bei einer Zufuhr, die das Hundertfache des Referenzwerts erreichte. Zwischen diesen beiden Enden liegt ein sehr breiter, unauffälliger Bereich, in den jede normale Ernährung fällt. Endpunktstudien zu Sterblichkeit oder Alterung gibt es nicht. Hülsenfrüchte sind mit Abstand die stärkste Quelle, dahinter Getreide und Nüsse. Für die Zielgruppe dieser App heißt das: Wer viel Linsen, Bohnen und Vollkorn isst, liegt regelmäßig über dem Referenzwert — der Beispieltag der App mit Linsencurry und Vollkornreis kommt auf 127 %. Das ist unbedenklich und eher ein Zeichen guter Kost als ein Problem. Wie bei Selen hängt der Gehalt am Boden.

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Die Wirkung — was die Studien sagen

Wo viel drinsteckt — die Vorschläge zum Nachlegen

Quelle der Gehalte: Molybdenum — Health Professional Fact Sheet (NIH Office of Dietary Supplements), Portionsangaben auf 100 g umgerechnet (2026)

Die Regeln zum Zubereiten

Unabhängig von der Menge

Was daran offen ist

Belege

  1. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän
  2. Scientific Opinion on Dietary Reference Values for molybdenum
  3. Assessment of dietary intake of molybdenum in relation to tolerable upper intake level
  4. Molybdenum
  5. Molybdenum (2022)
  6. Molybdenum — Health Professional Fact Sheet
  7. Molybdenum — Health Professional Fact Sheet (NIH Office of Dietary Supplements), Portionsangaben auf 100 g umgerechnet (2026)
  8. Molybdenum absorption, excretion, and retention studied with stable isotopes in young men at five intakes of dietary molybdenum (1995)
  9. Cooking Losses of Minerals in Foods and Its Nutritional Significance (1990)

Stand der Recherche: 2026-08-15